– Motorrad –
Ausrüstung und Unfallrisiko

Im Gegensatz zum Auto mit seiner Karosserie hängt deine Sicherheit beim Motorradfahren wesentlich von deiner persönlichen Schutzausrüstung ab. Hochwertige Motorradbekleidung und ein geprüfter Helm leisten dabei einen entscheidenden Beitrag: Sie schützen bei einem Sturz deine Haut und Gelenke wirksam und mindern Unfallfolgen deutlich. Schwere Verletzungen wie Knochenbrüche, innere Verletzungen oder Kopfverletzungen lassen sich zwar nicht immer verhindern, doch werden die Auswirkungen eines Sturzes oder einer Kollision erheblich reduziert.
Da du auf dem Motorrad einem grösseren Verletzungsrisiko ausgesetzt bist, sind ergänzend zur Ausrüstung ein angepasstes und vorausschauendes Fahrverhalten entscheidend für deine Sicherheit.
Was gehört zu einer korrekten Ausrüstung?
- Helm (gesetzlich vorgeschrieben)
- Airbag-Weste (modernes Schutzsystem)
- Motorradjacke aus Leder oder Kevlar-verstärktem Stoff mit Protektoren
- Motorradhose aus Leder mit Kevlar-verstärktem Stoff
- Motorradhandschuhe mit Protektoren
- Motorradstiefel mit Protektoren
- Nierengurt
- Rückenprotektor
Die eigene Gesundheit sollte dir am meisten Wert sein und es lohnt sich, 800 CHF bis 1’000 CHF in eine gute, vollständige Ausrüstung zu investieren.

Bild: Vollständige Schutzkleidung aus einer Tutti-Anzeige
Fehlende Schutzkleidung kann Einfluss auf die Versicherungsleistung haben
Wenn du dich bei einem Motorradunfall selbst verletzt oder verletzt wirst, übernimmt in der Regel deine Unfallversicherung, oder die Versicherung des Unfallverursachers, die Kosten. Je nach Versicherungsschutz kann auch eine private Zusatzversicherung Leistungen abdecken.
Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, dass du beim Motorradfahren spezielle Schutzkleidung tragen musst. Einzig der Helm ist Pflicht. Trotzdem schaut die Versicherung bei einem Unfall genau hin, ob Schutzkleidung getragen wurde oder nicht.
Wenn du keine Schutzkleidung angezogen hast, kann die Versicherung weniger Geld auszahlen. Das liegt daran, dass du verpflichtet bist, dich selbst so gut wie möglich zu schützen und Schäden zu vermeiden.
Qualität und Tragequote der Schutzausrüstung
Bei den verschiedensten Schutzausrüstungen lohnt es sich auf Qualität zu achten. Sämtliche Ausrüstungen sind in der Norm EN 17092-3:2019 in fünf Kategorien abgestuft. Der geringste Schutz bietet die Kategorie C und den höchsten die Kategorie AAA. Achte beim Kauf darauf, dass diese Deklarierung in den Kleidern vorhanden ist.
Gemäss der Unfallstatistik Sinus 2025 tragen die meisten Motorradfahrenden leider keine vollständige Ausrüstung. Dies kann an Gefühlen wie Freiheit und Unabhängigkeit liegen, die oftmals mit dem Motorradfahren assoziiert werden. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene sparen am meisten bei der Schutzausrüstung. Dieser Umstand ist umso besorgniserregender, da die Anzahl schwerer Motorradunfälle aktuell ansteigt. Sei dir dem bewusst, wenn du auf dein Motorrad steigst.

Abbildung: Nicht alle Motorradfahrenden schützen sich (Sinus 2025, bfu)
Unfälle bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Mit 1’128 schweren oder tödlichen Unfällen im Jahr 2024 ist das Motorrad das gefährlichste Verkehrsmittel auf Schweizer Strassen. Im Jahr 2023 wurde mit 1’210 schweren oder tödlichen Unfällen in den letzten 10 Jahren ein Höchststand erreicht. Beinahe die Hälfte davon sind Schleuder- und Selbstunfälle. Dies zeigt die hohe Eigenverantwortung, welches Motorradfahren erfordert.

Grafik: Motorradunfälle nach Alter (Quelle: bfu)
Bei den 18–24-Jährigen ist die Anzahl schwerer Personenschäden nach einem Motorradunfall seit 2015 um ein Drittel angestiegen. In dieser Altersklasse liegt das Risiko für einen schweren Personenschaden der Motorradfahrenden 40-Mal höher im Vergleich zu den Autofahrenden.
Bei den 15-17 – Jährigen hat sich seit 2021 die Anzahl schwerer Unfälle verdoppelt. Der Grund des Anstiegs liegt in einer Gesetzesänderung: Seit 2021 dürfen bereits 16-Jährige ein 125 cm3-Motorrad fahren.
Fazit
Motorradfahren steht für Freiheit, Spass und Abenteuer – und genau das soll so bleiben. Mit guter Schutzausrüstung und einem angepassten, vorausschauenden Fahrstil schützt du dich selbst und reduzierst dein Verletzungsrisiko deutlich.
Wer sich schützt, fährt nicht weniger frei – sondern länger!


